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22. März 2013

Menschenrechte für Intersexuelle

„Viele Jahrzehnte wurde die Situation intersexueller Menschen ignoriert. Erst mit der Veröffentlichung des Ethikratberichts zum Thema Intersexualität im vergangenem Jahr, ist auch in Deutschland der Handlungsbedarf offensichtlich. Nun ist es an der Zeit zu handeln, die Menschenrechte zu wahren, das Unrecht aufzuarbeiten und den Opfern Hilfe und finanzielle Unterstützung zu geben“ erklärt Barbara Höll, queerpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE zum Antrag der LINKEN „Grundrechte von Intersexuellen wahren.“ (Drucksache 17/ 12859) Höll weiter: 

„Gängige Praxis war es, Menschen, die bei der Geburt nicht einem männlichen oder einem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden konnten, frühkindlich zu operieren und sie damit einem Geschlecht zuzuweisen. Wie wir heute wissen, verursachten diese Operationen Leid. Die Operationen führten zu physischen und psychischen Folgen. Vielen wurde ihre Sexualität genommen. Viele begingen Suizid. Wenngleich in der Zahl geringer, so werden auch heute noch diese frühkindlichen Operationen durchgeführt. DIE LINKE fordert ein Verbot von frühkindlichen Operationen intersexueller Menschen. 

Auch das Recht kennt intersexuelle Menschen nicht. DIE LINKE. fordert, dass die rechtlichen Geschlechtskategorien der Wirklichkeit angepasst werden. Denn wir müssen akzeptieren: Es gibt nicht nur Mann und Frau.  

Bedauerlich ist es, dass ein Antrag aller Fraktionen des Deutschen Bundestags im Vorfeld am Handlungsunwillen der Regierungskoalition scheiterte und auch ein Antrag aller Oppositionsparteien nicht möglich war.“  

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/128/1712859.pdf