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07.01.2009 LAG Queer Berlin-Brandenburg

Protokoll

19 Uhr im Sonntagsclub

I. Aktionsplan der Grünen zur Homophobiebekämpfung

Terence und Bodo berichten von einer aktuellen parlamentarischen Initative der Grünen für einen »Aktionsplan gegen Homophobie«. Der Antrag wird erklärt und eingehend debattiert. Hierbei stellt sich für die LAG im Ergebnis folgender Standpunkt heraus:

  • Das Problem der Homophobie kann nicht, wie von den Grünen größtenteils gefordert, vom Staat gelöst werden, sondern nur von der Gesellschaft selbst.
  • Initiativen von unten werden nicht durch Senatsgelder entstehen, sondern nur durch Eigeninitiative der handelnden Akteure. Der verbreiteten Homophobie in bestimmten Milieus, wie z.B. in Fussballvereinen oder bestimmten Musikszenen, in der Schule und Migrantencommunitys kann nur durch Initiativen aus diesen Milieus selbst bekämpft werden, wie dies z.B. GLADT tut.
  • Eine Förderung kann erst eingefordert werden, wenn es Initiativen gibt, die ihrer bedürfen. Das Problem ist, dass nicht nur in heteronormativ geprägten Milieus, sondern auch in der lesbischschwulen Community zuwenig Eigeninitiative und Vernetzung der vorhandenen Initiativen existiert. Dieser Mangel ist selbstverschuldet und kann nicht vom Staat gelöst werden.
  • Um der weit verbreiteten Homophobie zu begegnen, bedarf es kontinuierlicherer und breiterer Arbeit von gesellschaftlichen Initiativen und Akteuren. Stärkere Anregung zu solcher Initiative muss aber von der Community ausgehen.
  • Vorgeschlagene staatliche Maßnahmen, wie verbesserte statistische Erfassung homophob motivierter Verbrechen und verbesserte Einbeziehung in Strafverfahren tragen kaum zur Problemlösung bei. Statt an den Symptomen zu werkeln, sollte das Augenmerk auf die gesellschaftlichen Wurzeln der Homophobie gerichtet werden.

II. Öffentlichkeitsmittel der LAG

Die LAG diskutierte zu verschiedenen Varianten effektiver Öffentlichkeitsmittel zum Themenfeld »Homophobie/interkultureller Dialog«:

  • Die Nutzung von Postkarten wird breit abgelehnt, da sie angesichts des hohen Verteilungsaufwands zuwenig Beachtung erfahren
  • Zur Herstellung eines Transparentes gibt es bislang noch keine Vorschläge. Das Motto sollte jedoch deutsch sein, in Bezug zum Thema die Menschen direkt ansprechen (Bspw. auch als rhetorische Frage) und generell einsetzbar sein. Benni und Phillip werden gebeten, bis Mitte Januar einen Vorschlag über den E-Mail-Verteiler zu machen
  • Die LAG sollte zudem Aufkleber produzieren, allerdings erst zum CSD / Straßenfest – dann zugeschnitten auf unser dortiges Motto
  • Die Herstellung eines Flyers wird abgelehnt. Stattdessen sollen weiße A5-Zettel mit farbigen Logo der LAG als Druckvorlage für verschiedene Aktionsflyer gedruckt werden.

III. CSD-Forum Brandenburg

  • Der CSD in Potsdam wird schon im April stattfinden; als Thema ist der Gleichstellungsartikel 3 GG wahrscheinlich. Die Wahl des Themas findet auf der nächsten Sitzung statt
  • Die LAG wird dem CSD-Forum vorschlagen, als Thema die verschiedenen Vorfällen, bei denen staatliche Stellen das Hissen der Regenbogenfahne verweigerten, aufzugreifen. Bspw. mit dem Motto »Flagge zeigen!«

IV. CSD-Forum Berlin

  • Die alte Kudamm Strecke soll dieses Jahr wieder für die Demo genutzt werden
  • Nach Kampfabstimmung entschied sich das Forum, Thema und Motto dieses Jahr selbst festzulegen
  • Das Leitthema wird am 14.1, das Motto am 11.2 vom Forum bestimmt. Am ersten Termin wird mindestens Stefan A. für die LAG teilnehmen. Für den 2. Termin melde sich bitte jemand, der fest zusagen kann dann über den E-Mail-Verteiler
  • Die LAG schlägt dem CSD-Forum vor, als Leithema »Soziale Ausgrenzung« zu wählen, um angesichts zunehmender Prekarisierung, Wirtschaftskrise und Homophobie die besonderen Folgen f. Homosexuelle zu unterstreichen.

V. Veranstaltungen

Die Planung der auf der letzten Sitzung geplanten Medienveranstaltung geriet ins Stocken, da zu wenig Medienvertreter.innen sich auf eine Parteiveranstaltung einlassen wollen. Die LAG beschließt daher, das Thema im nächsten Jahr nochmal aufzugreifen, um geeignete Referenten aus Medienkreisen langfristig werben zu können.

Stattdessen wir beschlossen, eine Veranstaltung zur Transsexualität zu organisieren, die auf den Umgang mit Geschlechterrollen, Kulturformen in der Transszene und die derzeit im Bundestag behandelte Änderung des Transsexuellengesetzes einzugehen. Als Termin kommt frühestens Ende März, eher April in Betracht. Zu der Veranstaltung laden wir die Transsexuellengruppe ein

Zur Organisation wird festgelegt:

  • Bodo kümmert sich um die Vorsortierung der Organisation, braucht dann jedoch dringend Hilfe. Wer eine hilfreiche Hand reichen kann, wendet sich bitte direkt an ihn (E-Mail: barbara.hoell.ma02@bundestag.de)
  • Um die Einladung der Transsexuellengruppe kümmert sich zunächst Stefan

VI. Verschiedenes

  • Das nächste Bundestreffen des BSpR findet am 14./15.03. in Kassel statt.
  • Auf der nächsten LAG-Sitzung müssen daher 12 (oder 14) Delegierte gewählt werden. Die gesamte LAG soll daher in nächster Zeit sich um geeignete Kandidatinnen bemühen. An die Quotierung der Liste wird erinnert.
  • Am 28.01 findet der Jahresempfang des Völklinger Kreises (Berufsverband für schwule Führungskräfte) statt. Andreas hat die Möglichkeit eine weitere Person mitzunehmen. Interessenten sollen sich bei ihm melden. (andreas.guenther@die-linke.de)

Protokoll und Moderation: Terence